Veran­staltung
Mittwoch, 29.10.2014
19:30 Uhr in der N64

Björn Kietzmann, Fotojour­nalist, berichtet bei uns von seiner Festnahme am 11. Oktober und seinen unmit­tel­baren Erfah­rungen im Grenz­gebiet zwischen der Türkei und Syrien, sowie von seinen längeren Recherchen zu den Protesten der Kurden, den Reaktionen der staat­lichen Macht in der Türkei ihrem Umgang mit der Presse­freiheit sowie dem Zustand der Justiz.

Gemeinsam mit 2 Kollegen wollte er aus der kurdi­schen Grenz­region zwischen der Türkei und Syrien berichten. Als sie am 11. Oktober, ausge­stattet mit deutschen und inter­na­tio­nalen Presse­aus­weisen, die Proteste der Kurden im türki­schen Diyar­bakır dokumen­tieren wollten, wurde er zusammen mit seinen Kollegen auf ziemlich rabiate Weise festge­halten und zur Polizei gebracht.

Kurz nach dem Zugriff gelang es Björn noch, zwei Tweets (1, 2) abzusetzen, sodass die Nachricht von der Verhaftung der drei Journa­listen schnell um die Welt ging. Eine Welle der Solida­rität mit der Kampagne freeru­ben­chris­b­joern.de, die u. a. durch die “Reporter ohne Grenzen” gestartet wurde, schaffte weltweite Aufmerk­samkeit und richtete sich auf die türkische Regierung. Man warf den dreien vor, Spione und Provo­ka­teure zu sein, oder dass sie Propa­ganda für die in Deutschland und der Türkei verbotene PKK (Kurdische Arbei­ter­partei) machen würden. Nach 31 Stunden Haft wurden sie freige­lassen und blieben noch einige Tage in der Türkei. Das Verfahren steht noch aus.

Inzwi­schen ist Björn Kietzmann nach Berlin zurück­ge­kehrt.

Für alle Inter­es­sierten eine sehr gute Gelegenheit Nachrichten aus erster Hand zu bekommen und Fragen an Björn stellen zu können.

Ein Kommentar

  1. 1
    Metal-Jürgen

    Nun ja. Du hattest wenigsten Internet und warst nicht allein unterwegs wie ich 1998.
    Es war ein Vorteil für mich kein Handy zu besitzen und keine Sprache da unten zu sprechen.
    Mit nur deutsch und englisch hatte ich den Touristenbonus. Obwohl es da keine gab.
    Ich kam mir vor wie in der DDR in den 70ger Jahren. Denn die BRD hatte ja das ganze alte
    Militärmatrial an die Türkei verkauft oder eher verschenkt. So sah ich dort alles rumfahren.
    Besonders die Achträdrigen Schützenpanzerwagen sind mir in Erinnerung geblieben.